Gastkolumne Christiane Gorius „Gedanken färben“ stärkt die seelische Gesundheit, 30.03.2021

                                                                  Christiane Gorius
                                                                  (Foto aus eigenem Bestand)                                                         

Befreit von der Krise werden wir am Ostersonntag nicht sein. Wir müssen weiterhin die Füße stillhalten und für einige, die mit vielen auf engem Raum leben und wenig Geld haben, ist es kein Osterspaziergang, sondern eine Tortur. Das ist schmerzhaft, denn das Leid derer, die geschubst, gedemütigt oder geschlagen werden, bleibt im Dunkeln. Weil es diese Gewalt gibt, müssen wir als Gesellschaft mehr tun für die, die im Dunkeln sind!

Doch glücklicherweise gibt es auch das Licht, das wir anzünden können, wenn wir in die Eigenverantwortung gehen. Jeder kann auf seine Weise etwas tun, um das Leben aller zu verbessern

Ich erinnere mich an einen Spruch aus Kindertagen, dessen Verfasser ich nicht mehr auf dem Schirm habe:.

Sieh das Gute im Anderen,
tue das Gute dem Anderen,
dann wird das Gute weiterwandern!

Das Konstruktive wird zum Lauffeuer, wenn wir es nähren mit mutigen Ideen, Emotionen, 

Handlungsimpulsen und konkreten Taten. Versacken wir jedoch in depressiven Stimmungen und verkrusteten Gesellschaftsstrukturen, so wird es das Gute schwer haben, sich effektiv zu verbreiten. Wir dürfen unser Licht nie unter den Scheffel stellen und sollten jeden Tag Farbe bekennen für eine buntere Welt mit erstklassigen Farben und schönen Klängen. Die Skeptiker werden widersprechen und darauf hinweisen, dass die momentane Lage doch ziemlich schief und beschissen sei und ich mir meine Schönfärber-Ei doch bitte schenken solle. Ich halte dagegen und erinnere mich an den Satz von Einstein:

"Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind."

Die Ursache der Pandemie wurzelt darin, dass Menschen mit Tieren schlecht umgegangen sind. Nur deswegen sprang das Virus vom Tier auf den Menschen über. Hoffentlich lernen wir diese Lektion! Wer gegen die Natur handelt, wird auch gegen sich selbst handeln. Jeder Mensch ist ein Stück Natur. Wer Natur zerstört, ist nicht angebunden an die universelle Kraft der Liebe. Mit jedem negativen Gedanken schaden wir uns selbst, da wir nicht in der Liebe sind, sondern in der Angst. Angst zerfrisst unsere seelische Substanz. Folglich haben wir keine andere Chance, als konstruktiv zu denken. Wenn wir nicht in den hellen Bereich kommen, so werden wir depressiv. Sich in Problemen baden, bringt neue Probleme hervor. Wir müssen in Lösungen denken.

Aus dieser Krise heraus führen uns neben Achtsamkeit, Vorsicht und Empathie, vor allem Lebensfreude. Gerade weil die Nachrichten nicht schön sind, sollten wir tolle Musik hören, unser Da-Sein in wunderbare Farben tauchen, gute Bücher lesen, den Gesang der Vögel im Frühling genießen und so auf wundervolle Gedanken kommen!


Text und Foto: Christiane Gorius

Die Germanistin und Sozialpsychologin #Christiane_Gorius ist seit 1995 selbständig tätig als Dozentin für Persönlichkeitsentwicklung (Rhetorik, Theater, Pilates, Entspannungsverfahren). Nebenbei schreibt sie Bücher und fotografiert gern. www.chrigorius.de Ihr aktuelles Buch "Willkommen im Atelier des Wandels“ ist unter anderem erhältlich 

bei:
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Gastkolumne Christiane Gorius-Wer Korruption deckt, macht sich mitschuldig!- 26.3.2021

                                                                   Christiane Gorius
                                                                     (Foto aus ihrem Bestand)

Ein spannender Polit-Thriller mit guter Besetzung am Abend sorgt für Nervenkitzel und gute Unterhaltung. Abschalten vom Tag, Corona vergessen und sich aufs Sofa fallen lassen? Das ist nicht einfach, wenn es sich dabei nicht um SchauspielerInnen handelt, sondern um reale Akteure in der Politik. Zunächst mussten wir das Schmierentheater der Maskenaffäre verdauen, doch jetzt scheint es wöchentlich eine Fortsetzung mit der "schlimmstmöglichsten" Wendung zu geben. Sich auf Kosten der BürgerInnen mittels Maskendeals zu bereichern, ist verwerflich und ekelhaft. 

Seit der Sendung von Markus Lanz am 25.03.21 wissen wir, dass die Korruption bei uns durchaus steigerungsfähig ist. Gewisse Abgeordnete der CDU/CSU im Straßburger Parlament ließen sich jahrelang fürstlich dafür bezahlen, dass sie die Zustände in Aserbeidschan und die dortigen Wahlen sehr lobenswert beurteilten und folglich keine Gelegenheit ausließen, um dieses Land öffentlich im Europäischen Parlament zu rühmen. Über die Situation politischer Gefangener in Aserbeidschan wurde geschwiegen. Stattdessen setzten die Parlamentarier ihre Lobeshymne fort. Schließlich wurden sie für diese Rolle gut bezahlt. Zuerst gab es geschenkte Reisen mit sündhaft teuren Präsenten auf dem Hotelzimmer. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die Volksvertreter tappten in die Korruptionsfalle der Kaviardiplomatie. Mehr dazu unter: /https://www.cicero.de/aussenpolitik/aserbaidschan-korruptionsaffaer…

Aber was geht uns das an? Was können wir tun? Die Pandemie belastet uns genug und viele von uns kämpfen um ihre Gesundheit oder Existenz. Auch ich würde gerne sagen: "Mir egal. Ich kann eh nix ändern!" Aber genau das ist der Punkt. Die Zeit ist gekommen, dass wir uns Korruption nicht mehr bieten lassen!

Gleichzeitig frage ich mich, was in den öffentlichen Medien abgeht? Der Migrationsjournalist Gerald Knaus forscht seit fast einem Jahrzehnt in Sachen Korruption im Europaparlament. Die Kaviardiplomatie ist Insidern seit vielen Jahren bekannt, wurde nur der Öffentlichkeit vorenthalten. Die GroKo funktioniert nicht mehr, denn der Wahlkampf hat begonnen. Man holt seine Munition aus dem Keller und beginnt mit dem medialen Feuer. Doch die Kugeln, die gefeuert werden, sollten wir genau unter die Lupe legen, denn sie sind Beweismaterial für eine scheinheilige Ära, die ihrem Ende entgegen gehen muss. Von PolitikerInnen, die KollegInnen decken, die absolut korrupt sind und keine Moral besitzen, möchte ich nicht länger "vertreten" werden. Man verstehe mich nicht falsch. Ich glaube an die selbstregulierende Kraft unserer Demokratie und hoffe nur noch auf eins: den radikalen gewaltlosen politischen Wandel.

Text und Foto: Christiane Gorius 

Die Germanistin und Sozialpsychologin #Christiane_Gorius ist seit 1995 selbständig tätig als Dozentin für Persönlichkeitsentwicklung (Rhetorik, Theater, Pilates, Entspannungsverfahren). Nebenbei schreibt sie Bücher und fotografiert gern. www.chrigorius.de Ihr aktuelles Buch "Willkommen im Atelier des Wandels“ ist unter anderem erhältlich 

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Gastkolumne: Christiane Gorius, 21.03.21 : Rein in den Flow! Genieße Deinen inneren Freiraum


Christiane Gorius
(Foto aus Ihren Bestand)

Jeder Mensch braucht Spiel(t)räume, in denen er einen Miniurlaub von sich selbst und seinem Alltagskram nimmt. Situationen, in denen er spürt, dass das Leben nach wie vor schön und aufregend sein kann. Der Schlüssel zu diesem Trip findest Du in dem, was Du gern hast und was Dich fasziniert. Du brauchst dazu nicht unbedingt einen Flieger oder ein tolles Auto. Mit etwas Grips findest Du heraus, was Dir nicht nur Spaß, sondern auch echte Freude macht. Folge Deiner inneren Leidenschaft. Sie führt Dich zu der Tätigkeit, die Dich Feuer fangen lässt. Das kann ein wunderbares Buch sein, in das Du Dich versenkst, während Du Deinen Lieblingstee trinkst. Tauche ab in andere Welten und werde gewahr, dass das, was aktuell abgeht in den Medien, in der Politik und im öffentlichen Leben nicht alles ist, was Du wahrnehmen solltest. Das bedeutet keineswegs, dass Du die jetzige Weltlage nicht ernst nimmst. Sie ist so wie sie ist und Du kannst weiterhin aufpassen, dass Du und Dein Umfeld seelisch, geistig und körperlich gesund bleiben.

Doch dieses Wohlbefinden ist nur möglich, wenn Du Dich bewusst ab und an von den Stressoren der Zeit zurückziehst und Deiner Seele eine Auszeit gönnst. Noch vor 15 Monaten hätte ich die Sache Raussteigen aus dem Hamsterrad genannt, aber unsere Welt und viele Menschen sind inzwischen in einem ganz anderen Zustand. Die Zahl derer steigt, die das Hamsterrad des Jobs gegen das Gedankenkarussell eintauschen müssen. Und das tut weh und macht krank, da sie nicht wissen, wie es weitergeht. Auch wenn ab und an sogenannte „Hoffnungen organisiert“ werden. Unser Einfluss auf die konkrete Politik ist begrenzt. Auf Social Media gibt man uns eine Spielwiese. Besser als nix!

Seelisch Urlaub machen, kann Dir niemand nehmen. Buche am besten gleich die nächsten 2-3 Stunden für Projekte, die Dir neue Energie geben und Dein Herz weiten. Das kostet oft keinen Cent, denn Du kannst entweder ein tolles Buch lesen, Musik machen, Spazierengehen, ein Gedicht schreiben, mit anderen etwas Schönes spielen oder etwas anderes tun, bei dem Du in Flow kommst.

Der Schweizer Dramatiker Friedrich Dürrenmatt sagte vor einigen Jahrzehnten: "Uns kommt nur noch die Komödie bei!" Nun sind die Theater momentan leider geschlossen und ich weiß nicht, ob ich Lust hätte in eine Vorstellung zu gehen, in der ich eine Maske tragen muss. Dann bleibe ich lieber zu Hause und schaue mir einen Film an. Aber die Lust des Zuschauens, Selberspielens, Selbermalens, Selbermusizierens oder Selberschreibens kannst Du kultivieren.

Wenn wir in eine gute Komödie abtauchen, so nehmen wir innerhalb eines gewissen Zeitraums ein fiktives Szenarium wahr, dass zwar nicht real ist, aber unser Gehirn durchaus für wahr hält, denn sonst könnten wir im Theater weder lachen noch weinen. Wir haben für 2-3 Stunden einen kleinen Trip erlebt. Wenn diese mental-seelische Reise klasse war, so hat sie uns innerlich bewegt. Wir konnten auf ihr eventuell so lachen, dass wir jetzt Tränen in den Augen und ein nasses Tempo in der Tasche haben. Die Vorstellung ist aus. 

Jeder von uns weiß, wie schön das früher war, wenn man dann mit den Freunden zusammen noch einen trinken ging. Ein wunderbares Event wird gefeiert im Restaurant. Autsch! Ja, das ist gerade auch schwierig. Okay. Aber Du kannst bei Dir daheim allein oder mit Deinen Nächsten kleine kulturelle Highlights kultivieren. Mach´s regelmäßig, denn sie geben Dir das Gefühl des Flow, in dem Du die Zeit vergisst und ganz im gegenwärtigen Moment aufgehst. Sie schenken Dir Lebensenergie. 

Kultur- oder Naturgenuss sind die Nahrungsmittel der Seele. Wer sie weglässt, wird bald aussehen wie der Tod auf Urlaub!

Text und Foto: Christiane Gorius 

Die Germanistin und Sozialpsychologin #Christiane_Gorius ist seit 1995 selbständig tätig als Dozentin für Persönlichkeitsentwicklung (Rhetorik, Theater, Pilates, Entspannungsverfahren). Nebenbei schreibt sie Bücher und fotografiert gern. www.chrigorius.de Ihr aktuelles Buch "Willkommen im Atelier des Wandels“ ist unter anderem erhältlich 

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Seelische Gesundheit als Firewall priorisieren- Gastkolumne von Christiane Gorius, 20.01.21


Christiane Gorius
(Foto: aus ihrem Bestand)

Impfen ist wichtig und bringt Erleichterung in die mentale Befindlichkeit vieler Menschen. Ein Hoffnungsmarker, für den wir den ForscherInnen dankbar sind und all jenen, die sich aktuell in den vielen Impfzentren für unsere Gesellschaft tatkräftig engagieren. Doch fordert die berechtigte Furcht vor neuen Corona-Mutationen die Verlängerung des Shutdowns und zugleich die Erweiterung der eigenen Frustrationsgrenze. Haben wir Einfluss auf den Frust, den wir erleben? Kommt der Mist nicht von außen? Ja, das tut er, denn die Kontaktaskese geht weiter und unsere äußeren Spielräume müssen notgedrungen eingeschränkt werden. Früher nannte man das "Opfer bringen".
 
Ich gebe zu, dass ich es gehasst habe, wenn meine Mutter dieses Wort in den Mund nahm, wenn ich als Kind nicht alles bekommen habe, was ich gerade wollte. Sie lehrte mich temporär auf gewisse Dinge zu verzichten, um später Dinge zu bekommen, die größeren Wert haben als eine direkte Bedürfnisbefriedigung. Sie erklärte mir, dass es Sinn hat, zuerst Hausaufgaben zu machen und dann erst spielen zu gehen. Auf diese Weise half sie mir, die eigene Frustrationstoleranz zu erweitern. Mir wurde klar, dass das Spielen mehr Spaß machte, wenn die Hausaufgaben bereits im Kasten waren. Ich fühlte mich dann gelöster und unbeschwerter. Das Aushalten einer nicht immer angenehmen Situation im Hinblick auf die Verbesserung der Gesamtlage, nennt man Selbstdisziplin. Aus ihr entwickeln sich Selbstverantwortung und selbständige Gestaltungskompetenz. Aktuell müssen wir auf einiges verzichten? Natürlich nervt das!

Gleichzeitig erfahren wir durch diesen Umstand, dass wir normalerweise ziemlich vielseitig agieren dürfen. Wir sind Wohlstandskids und dachten, es ginge immer so weiter. Corona und seine Mutationen weisen darauf hin, dass wir erwachsen sind und somit für alles Verantwortung tragen, was wir täglich tun. 

Autsch! Das ist nicht unbedingt frustrierend, sondern stuppst uns in eine neue Richtung. Wir haben ziemlich viele Möglichkeiten, um gut zu leben. Basis für ein gelingendes Leben ist die mentale, seelische und körperliche Balance. Um diese innere Mitte zupflegen, können wir uns eigene kreative Strukturen schaffen, die uns dabei unterstützen, dass wir täglich im grünen Bereich des gesunden Lebens sind. So bleiben Körper, Seele und Geist im Einklang.

Wer jetzt beispielsweise zu wenig zu tun hat, kann spazieren gehen, Gymnastik machen (auf YouTube gibt es tolle Videos), meditieren, lesen, Musik machen und hören, Filme ansehen, sich weiterbilden, mit Freunden telefonieren, die Wohnung verschönern, Tagebuch oder Gedichte schreiben, einem Kranken Genesungswünsche vermitteln, backen, kochen, nähen, spielen oder einfach nur auf seinen inneren Ruf hören. Wir alle bleiben besser in unserer eigenen gesunden Kraft, wenn wir Dinge tun, die uns innerlich lebendig halten und darüber hinaus eine Bereicherung für unsere Um- und Mitwelt sind. 

Die Beschäftigung mit konstruktiven Tätigkeiten bringt uns in einen seelischen Zustand, den man Flow nennt. In ihm vergisst man die Zeit und lebt ganz im Hier und Jetzt. Er öffnet uns auf spielerische Weise persönliche Freiräume, die unser Selbstvertrauen, unseren Mut und unsere Selbstliebe stärken. All das brauchen wir als selbst gebaute Firewall gegenüberschüssige Ängste und den Sog negativer Stimmungen, die momentan von außen all zu leicht auf unser Gemüt treten und uns aus der inneren Mitte schleudern. 

"Intelligenz ist die Fähigkeit, sich dem Wandel anzupassen." Stephen Hawking 

Text und Foto:  Christiane Gorius

Die Germanistin und Sozialpsychologin #Christiane_Gorius ist seit 1995 selbständig tätig als Dozentin für Persönlichkeitsentwicklung (Rhetorik, Theater, Pilates, Entspannungsverfahren). Nebenbei schreibt sie Bücher und fotografiert gern. 

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„Der Pandemie trotzen und kreativ bleiben!“ Gastkolumne von Christiane Gorius, 18.01.2021

Ein Blick in die Medien konfrontiert mit Impfnadeln, RKI-Zahlen, Bestattungsinstituten und Lockdown-Diskussionen. Hinzukommen News aus den USA, die das Stimmungsbarometerweiter nach unten sacken lassen. Sensiblen Zeitgenossen kratzt das an den Nerven. Wen wundert´s, dass die PsychotherapeutInnen gut zu tun haben, denn die Kneipe um die Ecke ist dicht und ihr Wirt muss sich ans Jobcenter wenden. Ähnlich geht es vielen KünstlerInnen und anderen Solo-Selbständigen, die das Däumchendrehen keineswegs genießen, denn in ihnen nagt die Frage, wann und wie es irgendwann für sie beruflich weitergeht. 

Zwar können gestandene FreiberuferInnen kreativ mit Sauregurkenzeiten jonglieren und entwickeln nicht selten ihre Motivationskicks aus wirtschaftlichen Flauten. Jedoch taugen diese Erfahrungspfründe nicht in der aktuellen Situation. Not macht erfinderisch? Das klingt in den Ohren vieler Kreativer im Moment eher zynisch. Gut, clevere Leute können die Pause nutzen, um sich weiterzubilden und all das zu machen, wozu sie nie richtig Zeit hatten. Das tun auch viele. Die Gefahr besteht jedoch, dass einigen von ihnen die seelische Puste ausgeht. Denn Kreativität ist leichter, wenn finanzielle Spielräume und sozial-emotionale Freiräume da sind. 

Gerade diese Raumprobleme und sozialen Kontakteinschränkungen können dazu führen, dass Menschen zu depressiven Stimmungen neigen. Sie werden verstärkt, wenn sie keine künstlerischen Ventile haben, um im inneren Gleichgewicht zu bleiben. Na ja, die MusikerInnen könnten daheim im Wohnzimmer musizieren, die MalerInnen könnten zeichnen und die SchriftstellerInnen könnten weiterschreiben. Sicher tun sie es, da der Künstler in erster Linie sein Metier für sich selbst ausführt und Kreativität schließlich immer guttut. Trotzdem fehlt was. Klar. Das lebendige Publikum, das eben mehr als digital ist!

So schnell kommen wir aus diesem Dilemma nicht raus, denn die neusten Corona-Mutanten zwingen weiterhin in die Sozialkontakt-Askese. Statt "Mutanten" brauchen wir lebendige "Mut-Tanten", die uns die Pandemie-Situation emotional und sozial erträglicher machen. Beide Phänomene sind unsichtbar und risikofreudig. Während es die "Mutanten" auf unsere körperliche und seelische Gesundheit abgesehen haben, wollen uns die "Mut-Tanten" zurück zu unserer inneren Mitte und Kraft führen. Doch wie locken wir diese liebenswerten Verwandten in unseren Alltag? 

Indem wir konstruktiv und kreativ miteinander umgehen, auch in den sozialen Medien. Auch wenn´s schwer fällt. Wir können nicht einfach rausgehen und Party machen. Wir können nicht das Bad in der Menge suchen, keinen Gemeinschaftssport treiben oder reale Feste feiern. Viele müssen sich beschränken auf das persönliche Telefonat, die Mail, den Chat, das Skypen, die Videokonferenz, den Podcast, den Spielfilm, das Buch, das Musikinstrument oder das Tagebuch - also das eigene kreative Potenzial. Der Trost der "Mut-Tanten" ist, dass sie sich ähnlich verbreiten wie das Corona-Virus. Aber nur, wenn wir selbst Mut für sie aufbringen, können sie inspiriert werden und in unser Leben schlüpfen. Sie sind die kreativen Vorboten einer neuen Gesellschaft, die auf #Resilienz, #Besonnenheit und #Empathie setzt.

Text: Christiane Gorius
Foto: Christiane Gorius privat

"Deine Kreativität kannst Du nie aufbrauchen. Je mehr Du sie benutzt, desto kreativer bist Du.“ Maya Angelou 

#Maya_Angelou (1928-2014) war eine US-amerikanische Autorin, Professorin und eine der wichtigsten Personen der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

Die Germanistin und Sozialpsychologin #Christiane_Gorius ist seit 1995 selbständig tätig als Dozentin für Persönlichkeitsentwicklung (Rhetorik, Theater, Pilates, Entspannungsverfahren). Nebenbei schreibt sie Bücher und fotografiert gern.


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Essay- Raimund Schöll: Kontingenz und Selbstgefühl in Krisenzeiten

 Raimund Schöll
Neuerdings sitzen wir ja viel zu Hause statt im Büro, in der S-Bahn oder im Auto, begegnen uns über Videokonferenzen oder Telefon, dürfen nur noch zum Sport oder zum Einkaufen oder für einen Arztbesuch hinaus. Nahen physischen Kontakt haben wir nur noch zu den Allernächsten oder wir sind ganz allein. Und seit kurzem setzen wir uns sogar Masken auf, um uns gegenseitig nicht mit unseren Mundflüssigkeiten zu gefährden. So weit ist es also gekommen: Innerhalb kürzester Zeit sind wir in einen anderen Film geraten, in einen, dessen Ausgang wir nicht kennen.

Wir sind unsicherer geworden, haben Angst, ärgern uns, haben Zweifel, sorgen uns um uns und Andere, fürchten den Weltuntergang, hegen andererseits aber auch Hoffnungen auf Besserung, sehen sogar einen möglichen Weg in eine neue, positivere Phase, in die die Weltgesellschaft eintreten könnte.

Um uns zu beruhigen versorgt man uns mit Zahlen, Tabellen und Schaubildern, die Objektivität ausstrahlen, uns aber letztlich zusätzlich verunsichern, weil sie sich nicht selten wechselseitig widersprechen. Und selbst die vielen Experten, von denen wir doch die allerhöchste Sicherheit erwarten, schätzen ein und denselben Sachverhalt oft sehr unterschiedlich ein. Und die Politiker sowieso, die je nach Charakter, Interessen oder Parteizugehörigkeit die Lage anders beschreiben und bewerten.-

Fest steht: Unsere Gewissheit, dass das Leben nun mal so ist wie es war, ist uns gehörig weggerutscht. Und wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht wirklich, wie wir vor allem aus dem sogenannten Lockdown heil wieder herauskommen sollen. Die Situation ist im wahrsten Sinne des Wortes kontingent: Sprich, es könnte alles so oder auch anders sein, so oder auch anders ausgehen. Kontingenz (spätlat. contingentia "Möglichkeit, Zufälligkeit") ist übrigens ein in der luhmannschen Systemtheorie gebräuchlicher Begriff, um die prinzipielle Offenheit und Ungewissheit menschlicher Lebenserfahrungen zu bezeichnen.-

Ja, man kann sich über eben jene Kontingenz empören. Und die Empörungsbereitschaften wachsen bereits. Wir können uns empören über Politiker, die uns nicht bewahrt haben vor der Katastrophe. Wir können und darüber aufregen, dass nicht einmal die Experten mit einer Stimme sprechen. Wir könnten ganz allgemein nach Schuldigen suchen. Waren es nun China, die Fledermaus oder doch nicht ein Geheimbund, der im Labor das Virus produziert hat, um die Welt ins Elend zu stürzen, die uns aus dem bisherigen Leben gerissen haben, oder einfach nur tölpelhafte Menschen, die die Viren selbstvergessen und egoistisch weitergegeben haben: Skifahrer, Wanderarbeiter etc.?

Aber inzwischen frage ich mich, ob das der richtige Ansatz ist. Sind es wirklich allein die äußeren Begebenheiten, die uns diese ohnmächtige Lage beschert haben? Sind es wirklich allein diese unsicheren und ungeklärten Verhältnisse, die uns so verstören? Oder hängt es nicht auch von uns und der Frage ab, wie wir selbst gedenken, mit der Situation umzugehen?

Ich finde, wir könnten uns eingestehen, dass wir alle uns seit dem Ende des zweiten Weltkrieges bislang in relativ komfortablen Zonen bewegt haben. Ich persönlich frage mich ja schon länger: Wie konnten wir nur davon ausgehen, dass alles so bleibt, wie es ist oder schon immer war? Ist es nicht eine illusorische Vorstellung, das Leben mit Stabilität gleichzusetzen. Und ist es nicht normal, hin und wieder vom Leben, ja auch vom gesellschaftlichen Leben – diesmal mittels Pandemie -, gehörig durchgeschüttelt zu werden?

Klar, wir alle streben eine gewisse Stabilität an. Der Mensch ist mitunter strukturkonservativ, keine Frage. Aber vielleicht haben wir die Rechnung diesmal viel zu lange ohne den Wirt gemacht.

Das Leben an sich ist – wie schon festgestellt – alles in allem unberechenbar, und das war es vor Corona auch schon. Wir konnten uns nie ganz sicher sein: Wer eine All-inclusive-Reise antrat nicht, dass er heil wieder nach Hause kommt. Wer sich selbständig machte nicht, dass er damit nicht auch ein kleines Abenteuer startete. Wer auf den Weihnachtsmarkt ging nicht, dass ihn nicht irgendein Radikalinski dort in die Luft sprengte.

Ich frage mich aktuell, woher wir überhaupt genommen haben, das das Ziel des Lebens sein sollte, möglichst wenig verunsichert zu werden – weder von der Gesellschaft, von einzelnen Personen noch von der Natur. Was für ein Aberglaube anzunehmen, man hätte eine natürliches Anrecht auf ein unaufgeregtes, risikoarmes – ja sicheres- Leben fast wie bei einer Pauschalreise.

Und nun zu dem Punkt, der mir dabei besonders wichtig erscheint: Warum eigentlich suchen wir unser Heil, die Antworten auf unsere Fragen, ja die Sicherheit ganz allgemein immer so gern außerhalb von uns? Warum schielen wir so bereitwillig auf Tabellen und Zahlen, rufen nach Experten und Politikern, die uns von der Unsicherheit befreien mögen, und blicken gleichzeitig so wenig auf uns selbst? Können wir uns nicht etwa selbst ein Bild von den Dingen machen, die uns irritieren und verstören, und ein Selbstgefühl entwickeln, das uns hilft, durch Krisen und schwierige Situation zu kommen? Das Selbstgefühl als Instanz in uns, das ja, wie der Name schon sagt, bei uns selbst beheimatet ist und nicht im Außen liegt, also kein fremdes sondern ein eigenes Gefühl ist, das mitunter hilfreich zwischen Verstand und Affekt vermittelt.

Selbstgefühl entwickeln wir in uns, wir haben es – wenn wir uns darum bemühen – unmittelbar parat. Auch das Selbstgefühl kann mir sagen, wie ich mich "richtig", verantwortlich und selbstbewusst durch diese Krise steuern kann. Tabellen, Experten und Politiker – gut, dass es das alles gibt, aber am Ende muss ich mit all dem leben, ich muss es denken und fühlen, kein anderer tut es für mich. Ja, wir haben Angst, sind verunsichert, ja die Lage ist für viele von uns prekär. Ja, es geht mir vielleicht schlecht, weil ich nicht weiß, wie es weiter geht. Aber richtig ist auch: Ich bin noch am Leben, und ich habe meine Erfahrungen im Leben gemacht, und ja, ich weiß schon, wie ich mich in dieser Krise befähige, ermutige und mich selbst (was nicht ausschließt, das nicht auch gemeinsam mit Anderen zu tun) trösten kann. Ja, mich gibt es auch noch! Ich bin für mich selbst zuständig, mein eigener Experte und wer, außer mir selbst bitte, sollte am besten herausfinden können, wie ich mich in dieser Krise verhalten soll?!

Und wie verhält es sich mit der Schuld und den Schuldigen? Vielleicht könnte man sich da auf folgendes einigen: Am aktuellen Umgang mit dem Corona Virus sind wir entweder alle schuld oder keiner. Die Dummheit mancher Politiker (Gott sei Dank sind solche in der Minderzahl) ist auch unsere Dummheit. Wir haben sie schließlich gewählt. Die Meinungsvielfalt unter den Experten ist auch unsere Vielfalt, die wir nur allzu gut von uns selbst kennen. Schon im engsten Kreis der Familie ist man ja mal über Kreuz miteinander; in einigermaßen gesunden Familien ist das jedenfalls so. Man sollte all diesen Meinungen und Ansichten Raum lassen, selbst wenn es manchmal weh tut, ihnen zu folgen. Mich persönlich stört dabei gerade der Absolutismus so mancher, auch und gerade der Experten, denen ein prominenter Platz z.B. im Heute journal eingeräumt wird, die dort ihre Ansichten und Einschätzung verbreiten dürfen, und andere, die ein weniger dramatisches Bild von der Lage zeichnen, nicht in dem Maße zu Wort kommen, wie es meines Erachtens wünschenswert wäre.

Aber noch haben wir das Glück, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben. In einer Gesellschaft, die darauf angewiesen ist, dass wir selber denken und fühlen, in der Vielfalt und Widersprüchlichkeit einen Stellenwert haben, ja sogar vorausgesetzt werden müssen. Demokratien setzen auf den mündigen Bürger. Und es hat Wert, dass jedem einzelnen Individuum etwas zugetraut und ja, bisweilen auch etwas zugemutet wird. Der Mensch, der, die Antworten in unsicheren Zeiten für seine Lebensführung auch in sich und für sich selbst findet und nicht allein auf das Außen oder den Experten angewiesen ist, um zu wissen wie er sich verhalten soll, ist meines Erachtens ein wesentlicher Eckpfeiler liberaler Demokratien. Es kommt eben auf uns alle und auch auf unser persönliches Selbstgefühl an, wie wir uns durch diese Krise bewegen, was wir glauben wollen und nicht glauben wollen, und wie wir das Ganze anschließend verarbeiten und auswerten werden. Wir werden diesbezüglich noch viel zu tun kriegen, denke ich. Auch nach der Krise. Unsere persönlichen Erfahrungen, unser Selbstgefühl – und beileibe nicht nur die Kennzahlen – werden uns dabei weiter helfen.

RAIMUND SCHÖLL

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