Gastkolumne: Arno von Rosen- Ware Mensch

Ostern steht vor der Tür. Im besten Falle verbringen wir die Feiertage mit Familie und Freunden. Wir sprechen, wir essen, wir spazieren, wir verbringen einfach gemeinsame Zeit miteinander, ohne Hast und Alltagssorgen. Vielleicht ist es aber auch eine Gelegenheit durch die Geschäfte zu ziehen, um zu kaufen, zu schenken, Party zu machen (sofern möglich) und dann geht diese Zeit an uns vorbei ohne mehr zu sein, als eines von vielen Wochenenden, nur eben ein wenig länger, sonst nichts.

Ich bin mit so ziemlich allen Religionen aufgewachsen, die man kennt und war als Sohn von ... sicher ein besserer Student, als einige andere,  die jene Kurse meines Vaters besuchten. Doch Religion bedeutet mir nichts, Jesus bedeutet mir nichts und Gott, ob nun bärtiger Greis oder weise Frau, sind Geschichten aus einer brutalen Zeit, ohne jegliches Mitgefühl, alleine denen vorbehalten, die das "Sagen" hatten, während der Rest der Menschheit ums Überleben kämpfte, meistens täglich. Jünger, Pilger, Weise, Erleuchtete oder Propheten zogen hinaus in die Welt, um das Wort zu verkünden, welches Frieden, Erlösung und Güte bringen sollte. Ich habe nichts gegen Religionen, sofern es den Menschen hilft,  besser ihren Alltag zu bestehen, doch hüte ich mich vor jenen, die Religion wie ein Moralschwert vor sich hertragen, um es mir vor Augen zu halten, damit ich ein Besserer werde als ich bin. Die Geschichte zeigt dennoch nur einen blutigen Pfad, sieht man mal von Randerscheinungen wie Ghandi und wenigen anderen ab. Jeder rechnet die Zivilisierung von einem anderen Zeitpunkt für sich. Die Einen beginnen vor 10.000en Jahren, die Anderen beginnen bei den alten Griechen, manche ab dem Mittelalter. Und ich?

Irgendetwas haben wir schon, aber eine Zivilisation nach den uns selbst genannten Maßstäben haben wir nicht. Noch nicht einen einzigen Tag lang. Sicher werde ich den Zeitpunkt auch niemals erleben, selbst, wenn ich alt würde wie Methusalem, doch will ich an der Oberfläche kratzen, egal wie sinnlos es erscheint, wie blutig die Finger, wie endlich mein Leben, meine Kraft oder meine Zuversicht sind. Je älter ich werde, desto offener werden meine Augen und ich sehe Armut. Bei alten Menschen, die auf Parkbänken sitzen, obwohl sie lieber in einem Café wären, Alleine in den letzten 10 Jahren hat sich diese Altersarmut mehr als verdoppelt und liegt jetzt bei über 530000 Hartz IV Beziehern und unsere Jahrgänge kommen erst noch, mit gebrochenen Arbeitsleben, Jobwechseln, Umzügen, Lehr- und Leerzeiten. Es werden Millionen sein und Millionen werden ihnen ehrenamtlich helfen. Ehrenamt. Ein wundervoll bestialisches Wort, denn es gibt keine Ehre zu verdienen, wenn man denen hilft die Hilfe benötigen und es ist ebensowenig ein Amt, denn es gibt nichts zu verdienen, außer inneren Frieden, welcher stets von kurzer Dauer ist, denn in dem Moment, wo ich diese Tätigkeit unterbreche, geht das Elend ungebremst weiter.

Menschen werden mit Billiglöhnen ausgenutzt, denn sie müssen essen, wohnen, sich kleiden, wohlwissend oder ignorierend, dass auch 10 Euro Stundenlohn am Ende des Lebens Hartz IV bedeutet. Es existiert da draußen eine gigantische Armee zukünftiger Zukunftsloser, Aussichtsloser und Gesundheitsloser. Vielleicht stammt daher das war Loser (Verlierer), denn eigentlich haben sie nichts mehr zu verlieren. Wer jemals an diesem Punkt war nichts mehr zu verlieren zu haben, weiß, dass dieses absolute innere Leere bedeutet. Da ist kein Frieden mehr, kein Glauben und vor allem keine Liebe, auch nicht zu sich selbst. Und dann? Diese Menschen sind gefährdet und gefährlich zugleich, denn nach unserem Gesetz ist es verboten sich und andere zu verletzen oder gar zu töten. Dabei ist der Akt des Selbstmordes ein allerletztes Stück Freiheit, sofern wir niemanden sonst verletzen. Dies gilt natürlich in erster Linie bei unheilbaren Kranken, aber auch viele ältere Menschen sind des Lebens überdrüssig. Sie warten Tag für Tag auf den Moment, wo alles vorbei ist und sind doch so wertvoll, denn sie generieren Geld, sehr viel Geld, eine zukunftssichere Industrie mit atemberaubenden Wachstumsprognosen. Natürlich will fast niemand diese Alten, obwohl unser größtes Bestreben selbst ein hohes und vitales Alter ist. Die Jugend braucht nichts und wenn, sie hat Zeit, doch das Alter kostet, ist aber weder innovativ noch einträglich, es ist wie es ist. Zurzeit nutzlos.

Überall höre ich das ältere Menschen gebraucht werden. Ihr Wissen, ihre Zeit, vielleicht ihre Weisheit, aber gerne kostenfrei, denn wer gibt schon gerne Geld aus für Menschen die schon froh sind überhaupt noch einen Sinn im Leben zu erfüllen. Viele von uns werden nicht arbeiten bis sie 67 sind. Wir werden weit länger arbeiten, müssen. Klar, gerne ehrenamtlich. Nur macht diese Ehre nicht satt, nicht im eigentlichen Sinne, doch baut unser Staat auf diese Menschen, welche sich kostenlos in den Dienst der Gemeinschaft stellen, obwohl die allermeisten selber nicht viel haben, denn wer viel hat, besitzt eines auf gar keinen Fall. Zeit. Obwohl jeder in der Wirtschaft einen guten Grund vorweisen kann, warum er nicht kostenlos arbeiten kann, soll doch jeder normale Bürger gefälligst nicht so gierig sein, nicht mal bei seinem eigenen Tod, denn obwohl die Organverpflanzungen notwendig sind, tausende von Leben retten im Jahr und jeder Arzt und jedes Krankenhaus daran bestens verdienen, gehen die toten ehemaligen Beitragszahler völlig leer aus. Ja, sie haben dem Dienst des Lebens zu gehorchen, der Ehre, der Bescheidenheit und nicht zu vergessen, der Moral.

 Arno von Rosen
Es ist völlig unmoralisch für die Organe eines geliebten Menschen Geld zu nehmen oder seine eigenen zu spenden, um nach dem eigenen Tod seine Lieben versorgt zu wissen. Warum eigentlich? Wir sind doch eine Ware, immer und überall. Jeder behandelt uns so, jeder sieht uns so und natürlich werden wir nach Wert eingestuft und behandelt, doch eine tatsächliche Gewalt über unser Leben wird uns entzogen, von Geburt an bis zum sicheren Tod. Eine Patientenverfügung ist natürlich ein Mittel ein Leben zu beenden, das sowieso keines mehr ist und die einzige Möglichkeit uns dem Warenstrom zu entziehen. Will ich sterben? Nein, genauso wenig wie jeder von Euch, aber ich will mein Leben selbst bestimmen, immer und überall. Das gilt auch für jeden anderen Menschen auf der Welt, ob er es nun weiß oder nicht, er sollte frei sein, satt sein, geborgen und geliebt sein. Darüber denke ich dieser Tage nach und bin unendlich dankbar kostbare Stunden mit geliebten Menschen zusammen zu sein, für die ich immer alles geben würde, so, wie wir es für andere Menschen auch empfinden sollten, nicht weil es chic ist, oder gerne von Oben gesehen wird, sondern damit wir eines Tages keine Ware mehr sind, sondern eine gemeinsame Zivilisation.

Mein Zitat von heute stammt von Albert Schweitzer (1875-1965, Friedensnobelpreis 1952) "Wem eigene Schmerzen erspart bleiben, der muss sich aufgerufen fühlen, die Schmerzen anderer zu lindern."

Es grüßt Sie Ihr Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und dieser Tage sehr ruhig und nachdenklich. Schauen Sie nach allen Seiten und verschenken Sie ein bisschen Ihrer Zeit, es kostet weniger als Sie denken.

Foto: aus dem Bestand von Arno von Rosen





Gastkolumne Arno von Rosen: Die Klimalüge

Die Überschrift ist direkt und wörtlich zu nehmen, jedoch aus verschiedenen Gründen, die ich etwas näher erläutern werde. Leider werden Wissenschaftler in unseren Zeiten oftmals von Interessengruppen eingekauft, dazu gehören nicht nur Staaten, sondern ebenfalls Organisationen wie Greenpeace und viele andere. Die vorgetragenen Daten können dann auch der Wahrheit entsprechen, aber meistens fehlen die kausalen Zusammenhänge und wer unter Ihnen hat sich wirklich schon einmal intensiv mit unserem Weltklima auseinander gesetzt? Eben.

Ich habe das aus Recherchegründen fast 1 Jahr lang gemacht und bin auf viele erstaunliche Fakten, aber auch Vermutungen und Spekulationen gestoßen. Meine hier angeführten Daten entstammen dem Max-Planck-Institut, polaren Forschungseinrichtungen und der Erdgeologie. Zunächst muss ich darauf hinweisen, dass wir uns gegenwärtig in einer Eiszeit befinden. So wird geologisch jedes Erdzeitalter genannt, an dem beide Pole vereist sind. Derzeit ist das eine gemäßigte Eiszeit, die im 6. und im 14. Jahrhundert empfindliche Abkühlungen erfuhr, woraus Hungerstnöte und Missernten entstanden und im 14. Jahrhundert sogar die Pestepedemie eine Folge war. Zu wenig Sonne war der Grund, aber warum?

Nun, an der Sonne liegt es nur indirekt, aber auch diese ist Zyklen unterworfen, welche wir am deutlichsten als Sonnenfleckentätigkeit identifiziert haben und uns entweder enorme Sonnenwinde bescheren und damit unsere neuzeitlichen Satellitenschwärme im All gefährden, oder bei geringer Tätigkeit kühlere Phasen einleiten. Dabei gibt es Klimaforschung seit Anfang des 19. Jahrhunderts und die Entdeckung der Klimaerwärmung durch Treibhausgase wie Metan (erzeugt durch Tierverdauung) ist noch einmal über 100 Jahre älter. Richtig! Damals gab es weder Fahrzeuge noch Massentierhaltung und auch die Weltbevölkerung kratzte kaum an der Milliardengrenze. Was also noch könnte Klimaschwankungen auslösen?

Dazu sollte man wissen, dass unsere Erde etwa 4,6 Milliarden Jahre alt ist und die ersten 2 Milliarden Jahre die Oberflächentemperatur nicht unter 100 Grad Celsius sank. Zudem gab es kein Wasser, keine Atmosphäre und kein Leben auf der Erde. Erst als die Niederschläge durch Eiskometen auf die Erde kamen, begann unser Erdklima. Knappe 600 Millionen Jährchen später folgte bereits die erste Eiszeit, ohne Menschen, aber ebenfalls ohne Dinosaurier oder viel mehr als nur Wasserlebewesen auf kleiner Basis. Danach entwickelten sich Pflanzen im Meer und auf Land und Tiere krochen an Land und entwickelten sich weiter (irgendwann sogar bis zu uns). Doch der weitere Verlauf des Planeten war niemals stabil oder nur in eine Richtung unterwegs.

Vor etwa 300 Millionen Jahren vereiste der gesamte Planet und diese Phase dauerte etwa 100 Millionen Jahre. Die Entwicklung der Dinosaurier fand erst weitere 100 Millionen Jahre später statt. Die Forschung ist noch unschlüssig über diesen Zeitraum, aber der Ausbruch vieler Vulkane hat wohl zur erneuten Erwärmung und damit zum Abtauen großer Eisflächen geführt. Außerdem gab es zu dieser Zeit nur einen riesigen Kontinent namens Gondwana, der vor etwa 100 Millionen Jahre zu den derzeitig bekannten Kontinenten zerfiel. Angesichts der Gesamtlebenszeit unseres Planeten ist unser Leben einen Augenaufschlag lang und entwickelte sich in einer klimagemäßigten Periode. Was können wir denn wirklich tun? Hier wird es jetzt sicher für einige bitter. Fast nichts! 

Unser Klima funktioniert nicht wie ein Lichtschalter. Ich kann nicht Dosengas, Autoemissionen oder Industriesmog abstellen und morgen ist alles wieder gut, zumal wir kaum anwendungsfähige Alternativen kennen, um weiter auf unserem derzeitigen Niveau zu existieren. Auch rühren nicht alle Probleme von Schadstoffen her, welche wir in die Luft blasen, sondern ebenfalls von der enormen Wasserverschwendung, um Lebensmittel anzubauen oder Tiere zu mästen. Dadurch sind schon viele Wasserresourcen auf der Erde komplett verschwunden, was das Wüstenklima in vielen Regionen nochmals erheblich beschleunigt und damit meine ich Afrika und äquatornahe Länder, denn noch regnet es bei uns genug, noch. Wir sollten uns auf Zyklen einstellen die wir in Jahrhunderten messen, mindestens, denn wenn die Erwärmung weiter fort schreitet wird es nicht wärmer, sondern die Meerensströmungen der Ozeane ändern sich, damit ebenfalls Dauerwinde wie der "Passat", der schon die Wikinger nach Nordamerika getragen hat und eine neue kühlere Phase unserer derzeitigen Eiszeit beginnt. Für Deutschland speziell bedeutet dies, 6 Monate im Jahr Winter und einen kurzen heißen Sommer. Kein Klima auf dem wir Ackerbau betreiben könnten. Was aber ist die größte Lüge an dem Klimathema? Sie ist nicht unser drängenstes Problem! 

Denn das Klima reagiert langsam und immer mit Zeitverzögerung. Viel gravierender ist das Artensterben weltweit. Damit ist nicht der Eisbär oder die Wale gemeint, sondern unsere Plagegeister, die wir so gerne verdammen und ohne die wir uns einfach besser und komfortabler fühlen. Insekten. Die gute Nachricht ist für Insektenphobiker. In den letzten 5 Jahren ist die Menge um 80 Prozent geschrumpft. Nur in Deutschland! Vielleicht fällt es Ihnen jetzt auf, wie wenig Sie im letzten Jahr die Autoscheiben reinigen mussten, wo früher ganze Teppiche auf den Frontscheiben der Nation klebten. Es ist so extrem geworden, dass empfohlen wird, Vögel das ganze Jahr über zu füttern, da wir sonst bald keine Wildvögel mehr haben, denn wo das Futter fehlt verschwinden diese Tiere. Das führt direkt zur nächsten Katastrophe. Den Bienenbeständen. 

Noch merken wir hier wenig, denn Äpfel liegen im Supermarkt und jeder hat noch seinen Honig auf dem Frühstückstisch, doch in China müssen Bäume und Pflanzen schon per Mensch bestäubt werden, einen Dienst, den sonst Insekten kostenlos für die Menschheit übernommen haben, nur die vielen Pestizide, die jede Regierung der Welt gerne als unbedenklich einstuft und für die Benutzung frei gibt, tötet ganze Arten, die wir weder ersetzen noch schnell so hinzüchten können, wie wir es benötigen, denn unser Hunger ist unstillbar und unsere Verschwendung bei Lebensmitteln unvorstellbar groß. Alleine mit den weggeworfenen Lebensmittel der 10 größten Industriestaaten könnte die Weltbevölkerung ausreichend ernährt werden. 

Also, wenn Sie das nächste mal eine Biene, eine Hummel, Mücken oder Spinnen sehen, lassen Sie diese einfach leben, an Ihrem Kuchen rumprobieren oder um Ihren Kopf herumschwirren oder nur über den Tisch krabbeln, denn sonst hören Sie bald nur noch Autolärm oder das unqualifizierte Geplärre von Politikern, die sich am liebsten selbst reden hören. Und wenn das alles nicht hilft. Schein drei mal sind 90 % aller Arten der Erde ausgestorben, die Erde wird es also überleben! 

 Mein Zitat von heute stammt aus der Feder von Wilhelm Busch (1832-1908) "Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Dingen, welche wir nicht kriegen. Drum lebe mäßig, denke klug, wer nichts gebraucht, der hat genug." 

Es grüßt Sie Ihr Schneckenhalter und Kräuterzüchter Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und Nichtspinnentöter. Sollten Sie wieder einmal vor Insekten zurückschrecken, bedenken Sie bitte wie furchtbar Sie für die armen Biester aussehen! Wenn Sie schon irgendetwas erschlagen müssen, dann bitte Zeit oder die Langeweile und werfen Sie immer einen Blick in die Natur, es kostet noch nix und macht glücklich.

Foto: aus dem Bestand von Arno von Rosen




Gastkolumne: Arno von Rosen: Glasmenagerie

Der heutige Titel würde natürlich ebenfalls zum "Twitter King" passen, aber dies wäre Tennesse Williams dann vielleicht doch nicht recht, zumal er als Homosexueller in der heutigen Gesellschaft nach wie vor einen schweren Stand hätte. Nur seinen herausragenden künstlerischen Fähigkeiten hatte er es zu verdanken, dass er bereits in den USA der 40er Jahre Auszeichnungen bekam und Erfolge feiern konnte. Nein, dies wird kein Bericht über sexuelle Ausrichtungen, Künstler, US Präsidenten oder Vergangenheitsbewältigungen ... oder vielleicht doch?

Als erstes möchte ich heute meine Leser bitten mir ihre sexuellen Vorlieben zu schreiben, gerne auch gleich hier als Kommentar, auch die Bankverbindung, Lebensgewohnheiten, wo die nächste Reise hingeht oder ob Sie eine Affäre haben, wäre spannend für mich zu wissen, also legen Sie bitte endlich los und unterlassen Sie jetzt Ihr verständnisloses Kopfschütteln, denn ich bin nicht verrückt geworden, noch nicht. Ich bemühe mich jetzt meinen 6. Sinn zu aktivieren und sehe einige schütteln immer noch ihren Kopf, andere warten darauf, dass ich diesen derben Spaß beende, aber fast alle sind sich doch einig. Ich soll diese intimen Dinge nie von Ihnen erfahren stimmts? Ich sehe jetzt einmal darüber hinweg, dass mancher von Ihnen dachte, was ich ihn oder sie mal kann. Könnte ich, mache ich aber aus Prinzip nicht!

Doch Sie müssen es mir weder schreiben, noch im Vertrauen mitteilen, denn ich weiß es ohnehin schon, zumindestens werde ich es bald wissen und dazu werden die meisten (oder doch nicht?) sagen, "Ich habe ja nichts zu verbergen!" Diesen Satz habe ich schon sehr oft gehört, zum Beispiel, wenn die Regierung uns glauben machen will, dass wir nur böse Menschen fangen können, wenn alle Bürger eines Landes unter Generalverdacht gestellt werden. Trotzdem konnte Amri den Anschlag in Berlin verüben, obwohl die Staatsmacht und ebenfalls andere Länder von seinem duzend Identitäten wussten und keinen Grund sahen ihn festzusetzen. Es war also ein jonglieren mit scharf gemachten Handgranaten mit vorhersehbarem Ausgang.

Wenn Sie doch nichts zu verbergen haben, weshalb erzählen Sie mir nicht einfach alles, was ich gerne wissen will? Eben. Sie finden es geht mich nichts an! Tut es auch nicht, doch anderen teilen Sie einfach alles mit und dabei fühlen Sie sich noch ungemein clever, glücklich, zufrieden und sind sogar davon überzeugt, im Gegensatz zu vielen anderen, die Umwelt zu schonen und sogar ein bisschen den Planeten zu retten. Sie finden sich selbst gut und haben ihr Geld sinnvoll investiert, denn Sie sparen Energie, finden schneller Ihr Ziel, sind organisiert und informiert. Mit einem Wort, Sie sind "modern".

Nun ist es natürlich nicht strafbar einen PC zu besitzen, ein Smartphone, Tablet, ein neues Fahrzeug, intelligente Heizungssysteme oder sein Heim mit einem BUS System auszustatten (Bus Unit Sockets). Dabei handelt es sich um ein System zur Steuerung aller Hauselektronik von einem Platz aus, auch von auswärts, heute sehr gerne über WLan gesteuert (Wireless Local Area Network), was nix anderes ist, als per Funk Dinge wie Licht, Heizung, Musik oder den Herd zu steuern. Geil, oder? Wollen Sie doch auch, stimmts? Der Kühlschrank, der Lebensmittel selber bestellt, welche dann angeliefert werden, während Sie noch arbeiten und bereits die Lasagne im Ofen heiß wird, noch bevor Sie den Stau auf dem Weg nach Hause überstanden haben, ist keine Zukunftsmusik mehr, es könnte Ihr Leben von heute sein und für einige ist dieser Traum schon Wirklichkeit geworden. Und im Gegenzug? Was erhalten Sie? Na klar, mehr Freizeitgewinn, weniger Organisation, damit weniger Stress und ein glücklicheres Leben für Sie und für ..., ja für wen eigentlich? Ihren Partner? Mann oder Frau? Schwul oder lesbisch? Kinder oder Haustier? Veganer oder Fleischesser? Normalo oder Perverser?

Ja, ich weiß. Sie haben kein Sterbenswort darüber gesagt und doch weiß ich jetzt alles von Ihnen, vielleicht sogar mehr, als Sie von sich selbst wissen, denn Sie sind ja schließlich ein Genussmensch und kein Säufer, obwohl Sie Single sind (über 30 Prozent der Deutschen Haushalte). Doch die medizinische Statistik sagt etwas anderes und danach sind Sie eben ein Trinker und nur knapp davon entfernt ein Quartalssäufer zu werden. "Na und", werden Sie sagen, schließlich weiß ja niemand was und wieviel Sie trinken, stimmts? Falsch! Denn der Supermarkt, bei dem Sie mit Ihrer Karte bezahlt haben weiß es, der Lieferant, der den teuren Wein regelmäßig liefert weiß es, der intelligente Kühlschrank weiß es natürlich sowieso und da alle diese Daten mit Namen, Bankkonto, Adresse und Zeitpunkten versehen sind, kann man Ihr alkoholisches Leben und jedes andere, welches Sie so schön verborgen vor anderen halten, lückenlos nachvollziehen. Es müssen nur zwei weitere Kriterien erfüllt sein. Einen, der durch diese Informationen Vorteile hat (Geld natürlich) und jemand, der diese Infos besorgt (alle Hacker dieser Welt und das sind ungeheuer viele). Und da rede ich noch nicht einmal von Datenmissbrauch, um ihre Konten zu plündern oder Ihren Herd einzuschalten, wenn Sie nicht da sind, die Heizung abzuschalten oder auf Hochturen laufen zu lassen.

Wenn Sie jetzt das erste Mal etwas die Augen zusammengekniffen haben und sich merklich die Stirn runzelt, sind Sie vielleicht noch nicht ganz verloren, denn diese Welt existiert bereits, direkt bei oder neben Ihnen. Mit dem Smartphone und diversen Ortungsapps, in Ihrem Fahrzeug, welches permanent Daten sendet, Ihrer Kreditkarte, Ihrer Girokarte, egal wo Sie einkaufen, Ihren elektrischen Termostaten, selbst Ihr sonst völlig bekloppter Toaster, der nie macht was er soll, liefert Daten, wenn man ihm es sagt, denn er hängt am Stromnetz und hat elektronische Bauteile,  die man von außen abfragen kann. KEIN Scherz! Zugegeben, wie viele Toast Sie nun wirklich essen, ist relativ uninteressant, wichtig ist nur, dass diese Möglichkeit besteht und zwar überall in unserem Alltag und damit weiß ich die regelmäßige Anzahl der Personen in Ihrem Haushalt, wann Sie wohin fahren und auch wie schnell. Was Sie alles futtern, trinken, anziehen, gucken, welche Hobbies Sie haben und mit wem Sie alles verkehren und freiwillig haben Sie das alles nicht gemacht! Doch, haben Sie, denn Sie haben immer alle Nutzungsbedingungen akzeptiert und niemand hat Sie je gezwungen sich komplett modern zu machen.

Natürlich wollten Sie dies alles nicht. Sie wollten doch nur Energie sparen, vernetzt sein, informiert bleiben und ein bisschen schlauer sein als die meisten anderen Menschen. Keine Angst, das sind Sie auch, alleine schon, weil Sie bis hierhin gelesen haben, doch dieser Lebensstil bringt nicht nur mehr vermeintlich relaxtere Freizeit, er kostet Sie viel mehr Geld als Sie denken und vor allem Lebensqualität. Ein Krankenversicherer interessiert sich bestimmt für Ihre Ernährung, ein Autoversicherer für Ihren Fahrstil, ein Autoankäufer für den tatsächlichen Stand Ihres Kilometerzählers, ein Lebensmittelkonzern für ihre Vorlieben, ein Einbrecher dafür, wann Sie in den Urlaub fahren ..., die Liste ist schier endlos. 

Mit Daten wird heute unser aller Leben bestimmt, sogar US Wahlen oder nach neuesten Unkenrufen auch unsere Wahl im Herbst. Trotzdem schützt uns nur unser eigener Verstand davor gläsern zu werden und uns nackt auf die Straße zu stellen. So bezahle ich seit über 2 Jahren nirgends mehr mit Karte, sondern nur noch mit Bargeld, so wie es früher alle gemacht haben und auch heute ist Deutschland die Hochburg des Bargeldes. Nirgends wird so gerne mit echtem Geld bezahlt wie bei uns, denn wir misstrauen dem Plastikgeld, auch wenn dieser Zustand nicht mehr auf die jüngeren Generationen zutrifft, aber noch sind die älteren Jahrgänge die Bedenkenträger, die sich fragen, ob man wirklich alles machen sollte und muss, im Gegensatz zu den Trendsettern, denen jeder Status wichtiger ist, als die eigene Sicherheit, denn letzten Endes gewinnen wir keine bessere Freizeit, wir verlieren unsere Freiheit, widerstandslos und freiwillig.

Mein Zitat von heute stammt von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) aus dem Zauberlehrling von 1797.

"Die ich rief, die Geister, werd`ich nun nicht los."

Es grüßt Sie Ihr bargeldzahlender Arno von Rosen. Buchautor, Kolumnist, Blogger und Thermostatdreher, egal ob warm oder kalt. Seien Sie vorsichtig mit Ihren Wünschen, denn wir alle sind keine Meister, höchstens Lehrlinge in spe und zumindest von mir muss nicht jeder wissen was ich mache oder wo ich bin.

Walter E. Beck Gedichte und Erzählungen: GIER, MACHT, UNWISSENHEIT UND GELD

GIER, MACHT, UNWISSENHEIT UND GELD

die Diabolik
der neuen, jetzigen Zeit.

Sklaverei, Kulturtötung
und Verfolgung,
Vertreibung,
Kriege führen,
morden und morden,
töten
im Namen
der Religionen.

Alles jetzt
zu dieser Stunde.

Zeitzeuge heute
und morgen angeklagt.

Ich sehe den Untergang
der Gerechtigkeit
und stehe auf, 
um zu rebellieren.

Wer ist der Schuldige
dieser Zeit?

Gegen wen erhebt sich
meine Klage?
Den Politiker,
Opportunist in Gestalt?
Die Partei,
in ihrer Widersprüchlichkeit?
Das Land,
welches ich liebe?
Den Menschen,
zu denen ich zähle?

Ja,
gegen alle Menschen,
die es zulassen.

Wie ich!

Walter E. Beck

beck-art@gmx.de
https://www.youtube.com/watch?v=nJ67Wu3j07A 
http://www.artflakes.com/de/shop/walter-e-beck 

http://interviews-mit-autoren.blogspot.de/2014/03/helga-konig-im-gesprach-mit-dem_10.html

Gastkolumne Arno von Rosen : Einstein hat sich geirrt!

 Einstein
Natürlich könnten Sie jetzt glauben, dass ich diese Überschrift nur als Anreißer genommen habe um Ihre Aufmerksamkeit zu erregen oder gar Sie selbst, weil Sie jetzt denken, "der Rosen ist total übergeschnappt!" Sicher liegen Sie mit dem Argument nicht ganz falsch, schließlich bin ich Künstler und die haben ja einen Freibrief für kleine Verrücktheiten, also nehmen Sie es gelassen. Damit Sie meine Schlagzeile besser einordnen können, beginne ich mit einem Zitat von Albert Einstein (1879 - 1955) "Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen."

Natürlich war es schwer für Einstein in die Zukunft zu sehen, aber er war ebenfalls ein Visionär und menschliche Verhaltensweisen waren ihm nicht nur vertraut, sondern er kannte den Charakter des Menschen im Allgemeinen. Jetzt tobt der dritte Weltkrieg schon seit fast 20 Jahren und die wenigsten Menschen nehmen ihn als solchen wahr, denn in irgendeiner Form ist fast jeder von uns daran beteiligt, ob nun eher militant veranlagt oder friedliebend, vegan, mit Billigklamotten oder Markenlabeln, Biobefürworter, Umweltsünder usw. Die Liste ließe sich seitenweise fortsetzen. Also, was ist denn nun der dritte Weltkrieg und wo findet er überhaupt statt?

 Informationsfluss
Dies ist nicht so leicht zu beantworten, aber grundsätzlich ist es ein Informationskrieg. Damit beteilige ich mich eben selbst mit diesem Artikel an "DEM" Konflikt der heutigen Zeit schlechthin. Nein, ich bin nicht meschugge, nur Realist und natürlich meine ich nicht das Ausspähen von Nachrichten, denn dieses machen ja fast alle große Firmen der Welt und die Geheimdienste sowieso.Kaufrausch nimmt seinen Lauf.  Apple verlangsamt per Fernzugriff die Software auf Ihrem völlig überalterten iPhone (ist doch bestimmt schon fast 1 Jahr alt oder?), was Sie dazu bringen soll und wird sich das neue Modell zu kaufen und flupp, sind Sie wieder voll zufrieden wie gut und schnell das neue Ding ist. 

Software wird registriert, natürlich nur um Ihnen zu helfen, Gutscheinkarten sichern ihnen fette Nachlässe von mehreren Cent oder gar Euro pro Monat, der Händler um die Ecke möchte gerne wissen, wo Sie wohnen, wie Sie bezahlen, ob mit Bank, Kreditkarte, Paypal oder gar Bitcoins. Sind Sie Hausbesitzer oder Hundefreund. Egal wohin Sie schauen, es werden Daten erhoben, auch in Ihrem nicht mehr ganz neuen Fahrzeug, denn fast alle elektronischen Bauteile sind heute bereits vernetzt oder fähig dazu. 

 Netzquellen
Damit könnte man das Licht in Ihrem Zuhause steuern, eine Kaffeemaschine starten, die Heizung ab- oder aufdrehen und und und. Vielleicht ist Ihnen jetzt schon ein wenig unbehaglich geworden, denn Sie wissen gar nicht genau was Sie alles für Geräte im Einsatz haben und was diese zu leisten im Stande sind. Das ist auch so gewollt, aber von wem? Nun, zunächst hat natürlich jeder Konzern Interesse an den Lebensumständen seiner Kunden, denn wer weiß was sein Käufer will, produziert nicht auf Verdacht, sondern kann gezielt Produkte entwickeln, die sich am Markt gut absetzen lassen. Das befriedigt nicht nur uns, denn damit lassen sich natürlich auch Dinge herstellen, von denen wir nicht wussten, dass wir sie total nötig haben. Das kurbelt den Konsum an und lässt ganz automatisch unser Geld zurückt auf den Markt fließen. 

"Na und?", könnten Sie jetzt fragen und natürlich ist das eine legitime Sichtweise. Doch stellen Sie sich vor, ich käme zu Ihnen und würde alles von Ihnen wissen wollen. Wo Sie Ihre Wäsche kaufen, was Sie gerne Essen, wieviel und wie oft. Rauchen Sie? Trinken Sie den ganzen Alkohol den ich statistisch nicht runterkippe, weil ich keine zwei Flaschen Wein am Tag schaffe, dazu noch ein Bierchen und als Absacker ein paar Schnäpse? Hier liegt der Hund begraben, denn mir würden Sie selbstverständlich einen Vogel zeigen, aber wenn solche Abläufe automatisch im Alltag geschehen, ohne das es Ihnen überhaupt zu Bewusstsein gebracht wird, wirkt die ganze Sache schon hinterhältig und auch nicht nach Recht und Gesetz. 

Bald ist die Statistik keine hochgerechnete Annahme mehr, die sich auf Zahlen von Firmen stützt, sondern eine direkt auswertbare konkrete Zahl. Sie essen dann nicht mehr durchschnittlich 2,3 Schnitzel im Monat. Sie verdrücken entweder 2, 3 oder von mir aus auch 4 oder gar keines. Ihr Müll wird gewogen, klar wegen der gerechteren Bezahlung, die Dinge, die Sie im Supermarkt einkaufen und die Rückschlüsse auf Anzahl der lebenden Personen im Haushalt geben, welches Alter diese haben oder ob es sich um Besuch handelt, welcher regelmäßig kommt oder eben nur zu besonderen Anlässen. An all diesen Daten ist natürlich auch ein Konzern aus dem Ausland interessiert. Dieses Mal nicht, um uns im Schlaraffenland des Servicegedankens zu ersäufen, sondern es handelt sich um knallharte Wirtschaftsspionage. Nein, dies ist kein Scherz!. Aber wir haben doch die Regierung und die schützt uns doch vor den bösen Jungs aus dem Ausland! 

Jepp. sollte man meinen und natürlich gibt es Gesetzte dagegen, ach was sage ich, ganze
Blätterwälder voller Gesetze. Selbst mickrige kleine Angestellte werden per Vertrag verpflichtet über Interna usw. des letzten Arbeitsgebers für immer oder zumindest für ein paar Jahre zu schweigen. Und Berlin? Die machen natürlich mit, schließlich ist Deutschland ja auch nicht vom Rübenlaster gefallen und direkt vor den ausländischen Geheimdienst gekullert. Die Cleverness früherer Zeiten der USA, Russland, China oder wie sie alle heißen ist jetzt natürlich viel löchriger geworden. Dabei haben natürlich Einzelkämpfer wie Snowdon oder die Plattform Wiki Leaks einiges beigetragen, eben Informationen, die sich heute über das Netzt verbreiten und nicht mehr kontrollieren lassen, aber es wird an Programmen gearbeitet,  mit denen es möglich ist, diese Datenströme zu beeinflussen oder möglicherweise sogar zu steuern (halte ich noch für Utopie). 

 Internationale Sprache
Immer erbitterter kämpfen die Seiten um die Informationen, die ein kleines Stückchen Vorteil bringen könnten auf dem globalen Markt. Ob Sie jetzt Ihr Handy ausschalten, wenn Sie sich wieder auf Fahrt begeben, Ihre Rabattkarten wegwerfen oder doch noch bis zum nächsten Schnäppchengeschenk einsetzen ist natürlich Ihre Angelegenheit, aber unsere Regierung tut relativ wenig, um uns vor der Durchleuchtung von Konzernen und Institutionen zu schützen, denn Pläne Bargeld abzuschaffen, alle medizinischen Daten auf einer Plastikkarte zu speichern und dergleichen mehr, hilft nicht wirklich dabei sich als freier Mensch zu bewegen, es sei denn,  man hat nichts gegen unsichtbare Fäden, an denen man durch sein selbstbestimmten Leben geleitet wird. 

Die Norm ist wichtig und wir alle sollten der Norm entsprechen, also seien Sie brav und laufen Sie an meiner Seite Richtung Gatter und geben Sie ab und zu mal ein herzhaftes "mäh" von sich, damit jeder weiß, dass Sie und ich Schafe sind, klar, reinweiß, versteht sich von selbst. Na ja, jetzt zum Schluss kann ich zugeben, dass Einstein zumindest damit Recht hatte, einen der nächsten anstehenden Weltkriege mit Stöcken und Steinen auszufechten, vorausgesetzt Stöcke und Steine sind dann nicht Eigentum irgendeiner obskuren Firma, die sich die Rechte an menschlichem Allgemeingut gesichert hat, so wie Nestlé es jetzt mit Wasservorkommen weltweit probiert, um uns Regen teuer zurück verkaufen zu können. 

 Arno von Rosen
Aber irgendwas ist ja immer. Es grüßt Sie Ihr pazifistischer Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Fotograf und furchtloser Weltenbummler, der bezweifelt ob die Begriffe "Snowdon"“ und "Wikileaks" zu seiner persönlichen Freiheit beitragen. 

Bleiben Sie mutig, immer mal wieder dagegen, kaufen Sie echt nicht jeden Scheiß, auch wenn er Ihnen gefällt und lesen Sie einfach weiter, denn wenigstens das hat uns noch keiner verboten.

Bilder aus dem Bestand von Arno von Rosen.



Gedichte+Erzählungen von Walter E.Beck: Utopie warnt Gegenwart.

Langsam fuhr ich die altbekannte Buchenallee hinauf. Die Blätter in ihren wunderbaren Herbstfarben haben die Äste verlassen und fielen in gewohnter Weise still und müde auf die verwundete Erde. Das Kopfsteinpflaster war schlierig, sehr nass und es spiegelte die Welt in seiner Herbststimmung. Kalt war es, ja, es war November und der lange, heiße Sommer lag hinter uns. 

Wie immer fuhr ich mit meinem alten, grünen Volkswagen durch die von Buchen gesäumte Straße, das Kopfsteinpflaster schüttelte das alte Auto als wenn es etwas verbrochen hätte. Die Stoßdämpfer verursachten merkwürdige Schleifgeräusche, alte kaputte Geräusche, Geräusche,  die sich im Laufe der Zeit von hell auf dunkel veränderten. Es war so ein Hell-dunkel-Geräusch wie es bei alten Autos immer im Herbst hörbar wurde. 

Ich erreichte fast das Ende der Straße, da fiel mir ein junger Tramper auf, er trug einen Drei- Tagesbart, hatte einen Rucksack und ein menschenfreundliches Lächeln in seinem Gesicht. Wir schrieben das Jahr 2016 und in Deutschland endeten die meisten Flüchtlingsströme aus Syrien. Afghanistan und die Balkanländer...überall waren umzäunte Auffanglager errichtet. Diese Auffanglager befanden sich mittlerweile überall in Europa. 

Dort wurden die Menschen registriert und man gab ihnen gerade mal das Nötigste, was ein Mensch braucht. Es waren Zustände, die weder menschenfreundlich noch menschenwürdig waren. In den Lagern herrschte das Gesetz des Stärkeren und immer gab es Streit und Gewalt. 

Wieder blickte ich in das freundliche Gesicht des Anhalters und dachte spontan, es ist bestimmt ein geflohener Flüchtling aus den Lagern, die ihr Land wegen Krieg und Zerstörung verlassen mussten. Wie irrsinnig doch die Kriege sind und wie grausam für die armen Menschen. 

Auf einmal hörte ich  das Schreien von Kindern, ich sah Blut und verbrannte Menschenleiber. Zerstörte Häuserfluchten. Alte Menschen weinten, hoben ihre Hände gen Himmel und beteten auf ihre eigene Art und Weise. Überall Hölle und verbrannte Erde.  

Wieder einmal hat die Weltpolitik Krieg, Entsetzen und grauenhaftes Elend über die Menschheit gebracht. 

Niemals ist Krieg eine Lösung der politischen Arbeit. Niemals wurde durch Krieg eine humanistische Lösung gefunden.  Gestern nicht, heute nicht und morgen wohl auch nicht.

Man sollte bedenken, dass in diesem Moment 30 Kriege auf dieser Welt wüten und es ist kein Frieden in greifbarer Nähe. Sofian, so hieß mein Beifahrer und wie er mir erzählte,  war er ein ausgebildeter Baletttänzer aus Syrien. Sein Traum war es, an der Staatsoper in Hamburg ein Arrangement zu finden. Natürlich habe ich ihm geholfen und einige Monate später wurde er auch angenommen. Er war ein Tänzer mit Leib und Seele. Er trainierte jeden Tag mehrer Stunden, nach circa 4 Monaten beherrschte er die deutsche Sprache. 

Sofian heiratete im Jahre 2023 einen deutschen Grundschullehrer und ich durfte bei dieser Hochzeit Trauzeuge sein. Welch eine Ehre! 

Im Netz war heute morgen zu lesen, die USA denken laut über einen Krieg gegen Russland nach. 15 Jahre später: Der 3. Weltkrieg hatte die Welt in Schutt und Asche gebombt. Milliarden Tote und Milliarden Verletzte überall auf der Welt, Atomverseuchung vergiftete ein Drittel unserer Erde.

Wieder einmal haben die Politiker diese zerstörerische Auseinandersetzung nicht verhindern können. Die Dummheit ist nicht aus den Köpfen der Politiker zu entziehen. Immer wieder das gleiche Ritual. Einzelne Menschen entscheiden über das Schicksal der Weltbevölkerung.

Es ist überhaupt nicht zu erklären, warum immer noch Kriege auf dieser Welt geführt werden. Meistens sind es die machtbesessenen,  völlig kranken Politiker weltweit und die Diktatoren,  die diese Kriegspolitik immer wieder aufs Neue in Gang setzen. Es sind die Mitläufer, die die Kriegstreiber noch unterstützen. 

Wo bleibt die Verantwortung der einzelnen Politiker, die vereidigt worden sind,  um das Wohlergehen ihres Volkes einzufordern? Seit Anbeginn der Zeitrechnung gehört das politische Mittel "Krieg" zum Handwerk der Politik. Schnellstens muss dieses Mittel aus der Politik gestrichen werden. Hohe Strafen müssen gegen Kriegstreiberei und kriegerische, geopolitische Veränderungen zu Gunsten eines Staates verhängt werden. 

Politiker müssen endlich für ihr strafbares Handeln strafrechtlich verfolgt werden und zwar sehr konsequent. Die Macht der Politiker sollte auch in anderen Bereichen erheblich geschmälert werden. Volksbefragung ist das Ziel der Stunde. Am Ende eines Konflikts zwischen einzelnen Staaten fokussiert es sich immer auf einzelne Machthaber, die durch Umstände und durch Machterhaltung ihren sturen Weg der politischen Auseinandersetzung mit Hilfe von Gewalt durchsetzen wollen. Im Ablauf der Streitigkeiten bleibt ihnen meist auch kein anderer Weg offen. Mit grausamer Härte wollen sie ihren Kopf retten. 

Niemals wird in dieser Situation an die beteiligten Menschen gedacht. Niemals. Alles geht seinen uralten Gang und bis heute gibt es keine neuen, menschenwürdigen Lösungen dieser Gewaltspirale. Selbst die Vereinten Nationen sind bis heute nicht in der Lage,  dieser Menschheit humanistischen Weltfrieden zu bescheren. 

Diese weltweite Vereinigung sollte in Zukunft mehr Macht erhalten,  um ihrer Aufgabe besser und zielgerichteter einzusetzen. Das Vetorecht muss in absehbarer Zeit entschieden verändert werden. Heute im Jahre 2030 leben wir in der amerikanischen Besatzungszone von Europa. In dieser Besatzungszone werden keine politischen Parteien mehr geduldet. 

Alles wird von den USA aus gesteuert und das Zusammenleben wird von humanistischen Gremien aus geleitet. Die erste Atombombe wurde in den USA abgefeuert und schlug 300 km von Moskau entfernt in ein Krankenhaus ein. Es wurden von allen Beteiligten Mächten circa. 283 (alle Größen) Atombomben zur Explosion gebracht. 

Das widerwärtigste an diesem Atomkrieg war die politische Tatsache, dass alle Staaten,  die an Armut, Hunger und Krankheiten litten, ebenfalls durch Atombomben, dem Erdboden gleich gemacht wurden. Am schlimmsten war Afrika betroffen. Dort gab es keinen lebenden Menschen und kein lebendiges Tier mehr zu verzeichnen. 

246 Tierarten wurden ausgelöscht. Doch es gab einen klitzekleinen Hoffnungsschimmer. Überall,  wo das grausame Geschehen des Krieges herrschte, wurde gebetet. Gebetet, ohne Religionen. Die Menschen baten den Allmächtiger um Beistand und Hilfe. Sie fanden endlich wieder die richtige spirituellen Verbundenheit zu ihrem Schöpfer,  die in den letzten Jahrzehnten verloren schien. 

Die Weltbevölkerung wurde auf 3,5 Milliarden Menschen reduziert. Der Austragungsort der verheerendsten, politischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Russland und China war Europa, welches nun in Schutt und Asche lag...wieder einmal. 

Milliarden Tote und Verletzte auf dem ganzen Planeten. Wann endlich begreift die weltweite Politik, das Kriege niemals Konflikte lösen können und das ein unbedingtes Umdenken erforderlich ist, damit solche Katastrophen niemals mehr auf dieser Erde sich wiederholen? 

WEB 2016/2030 Nachsatz: 

Im Jahre 2032 wurde ein geheimes Papier aus dem Pentagon der Allgemeinheit zugänglich. Dieses Papier stammte aus dem Jahr 1991 und erklärte u. a. folgende Probleme der Menschheit können politisch nicht mehr gelöst werden. 

1. Die rasche Zunahme der Weltbevölkerung. 
2. Die ärmsten Länder der Erde sind nicht unter Kontrolle zu bringen. 
3. Die Ressourcen des Planeten reichen gerade mal für die Hälfte der Weltbevölkerung. 
4. Die Hungersnöte sind unkontrollierbar geworden. 
5. Der Aufbau der zerstörten Staaten (Irak, Afghanistan usw. ) ist politisch nicht mehr realisierbar.
6. Die Verschuldung einzelner Großstaaten, Großweltbanken sind politisch außer Kontrolle geraten. 7. Die soziale Ausgewogenheit in den reichen Staaten ist nicht mehr zu gewährleisten. 
8. Der heutige Zustand der Weltbevölkerung ist nur noch circa 25 Jahre aufrecht zu erhalten. 
9. Die Großmächte, USA, Russland, China haben sich entschlossen diese Weltprobleme durch einen Atomkrieg wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Die Ausrottung der Menschheit stünde auf dem Spiel war ihre Begründung. Somit ist bewiesen das dieser 2. Atomweltkrieg durch die mächtigsten Staatsmänner, - gerade mal drei- , veranlasst wurde.

Walter E. Beck