Gastkolumne: Walter E. Beck- Meine kritische Sicht auf Kunst und Politik

 Walter E. Beck
In meiner heutigen Gastkolumne möchte ich Ihnen meine kritische Sicht der Dinge (Politik und Kunst) in unserer Gesellschaft etwas näher erläutern. 

Kunst hat die Aufgabe den Menschen aufzureiben, ihn in neue Blickrichtungen zu weisen, die gesellschaftlichen Strukturen stets aufs Neue in Frage zu stellen, um sie dann von alten negativen Einflüssen zu befreien. 

Die Vorstellungen der Künstler finden in einem Raum statt, wo Zukunft entwickelt wird. Das sollte wieder in den Vordergrund gerückt werden. Unbedingt! 

Kunst mit ihrer Eigenart- der Freiheit- ist der Maschinenraum der Evolution. 

Stripes, 100 x 120, mixed media, 2014
Sie befreit die Menschheit immer wieder von unerträglichen Dogmen der Politik, Kirche und anderen Machtinstitutionen. Der Künstler ist aufgerufen, eben diese Regeln zu brechen, neue Impulse für die Zukunft zu kreieren und weiter nach Möglichkeiten zu suchen, die der Menschheit ein humanistisches Leben in Harmonie, Respekt und Achtung gegenüber Jedermann ermöglicht. 

Der Künstler mischt sich in alles ein. So war das immer.  Doch  ist diese Tugend heute anscheinend verloren gegangen. Leider. Gerade das Sich- Einmischen  aber macht den Künstler in seiner Komplexität aus. 

Sehen Sie sich irgendeine Talkshow im TV an, langweilig, weichgespült und nichtssagend. Wo sind sie geblieben, die Widersacher, die Aufständischen, die Intellektuellen. Wo???? 

Die Kunst hat nicht die Aufgabe zu gefallen oder irgendjemand zu dienen, außer der Kunst selbst. Wenn interessiert denn wirklich schon, weshalb ein berühmter Maler den Hintergrund schwarz oder weiß gemalt hat? Das alles ist doch nun wirklich von gestern und genügend aufgearbeitet.

Wir brauchen neue Denkmodelle des harmonischen Zusammenlebens unter den Menschen. Geld ist genug da. Keiner bräuchte Hunger leiden und keiner müsste obdachlos sein. Bei diesem Thema müssen wir anfangen, JETZT und SOFORT. 

Wohin hat uns die bisherige Weltpolitik geführt? Überall Krieg. Überall Elend. Überall verbrannte Erde. 

Wohin führt uns diese autoritäre Europapolitik? Griechenland ist das beste Beispiel. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo selbst die Politik keine Lösungen mehr parat hat, die heutigen Probleme in den Griff zu bekommen. 

Wo ist die ungefilterte, ehrliche und pure Politik, die jeder Bürger auf unserer Erde versteht? Die heutigen Politiker verstehen doch selbst überhaupt nicht mehr die Zusammenhänge der politischen Strukturen weltweit und was sich bei einer Entscheidung für Widersprüche entwickeln können. Es geht nur noch um Kapitaloptimierung und um Machterhalt einzelner Politikergruppen. Lug und Trug ist an der Tagesordnung. Dabei lachen sich die Politiker in ihr Opportunistenfäustchen. 

Der Krieg in Syrien tobt weiter in unveränderter Härte. Die Auseinandersetzungen der Türkei mit den Kurden bergen großes Konfliktpotential und dann der IS mit seinen Gräueltaten! Das Armutsproblem in Afrika ist ungelöst. Im afghanischen Bürgerkrieg sterben mehr Zivilisten als je zuvor und polnische Grenzer melden den sprunghaften Anstieg der Flüchtlinge aus der Ukraine und anderen Balkanländern. Der Konflikt zwischen Russland und der USA verstärkt sich jeden Tag neu. Die gesamte Weltpolitik ist aus dem Ruder geraten und Spekulationen verändern sich in politische Zukunftsangst. 

100 x 100, mixed media, 2014 
Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass mit ihren grauenhaften, rechtsradikalen, Nazi- ideologischen Gedanken machen sich erneut verstärkt breit in der deutschen Gesellschaft und Europa wird weiterhin von der neoliberalen Armutsdiktatur zerstört. 

All diese politischen Tatsachen versprechen keine positive Zukunft in den kommenden Jahren und sogar Jahrzehnten. Keine Aussicht auf mehr Humanität und Frieden in Europa und auf der Welt! 

In den USA gehen täglich 40 Millionen Menschen in die Suppenküchen. 

Ich hätte nichts dagegen, wenn ich den gesamten "Politikscheiß" wegpennen könnte. Sämtliche gesellschaftliche und politische Strukturen haben ausgedient. Sie haben nur zur Verelendung der Menschheit geführt. Das Kapital hat die Vernunft ersetzt und überall werden die Menschenrechte missachtet. "Jeder gegen jeden" heißt das Motto in unserer Zeit und damit nicht genug, werden die Völker ausgebeutet, bei Nicht- Anpassung an politische Strukturen zerbombt und vertrieben. 

Dann wundert sich die Politik, dass die Völker ihre Heimat verlassen und in anderen Ländern Zuflucht suchen und am Ende gar werden die Politiker mit der Fluchtdramatik nicht fertig. Ein sichtbarer Abgrund des menschlichen Fehlverhaltens, fatal und bösartig. 

Es stellt sich die Frage: Brauchen wir überhaupt noch politische Systeme und die offenbar dazugehörigen Grabenkämpfe? Nein, all das benötigen wir nicht mehr. Wir brauchen freidenkende, humanistische Ökonomen, die das Zusammenleben unter den Menschen kreativ und einfühlsam gestalten. Das genügt. Mehr brauchen wir nicht, denn heute ist doch alles nur niederträchtig, gewalttätig und menschenunwürdig, mit einem Wort: ekelhaft. 

Bleiben wir bei der Kunst. Auch hier dreht sich alles ums Geld. Die Kunst hat sich angepasst an den allgemeinen Mainstream, ist unerbittlich mit den unbekannten Künstlern und fordert Entscheidungen, die für nicht wenige Künstler nur unter den schwierigsten Bedingungen zu erfüllen sind. Der aufgeheizte Kunstmarkt hat das Studium der Bildenden Künste verändert. Er hat es noch attraktiver gemacht, gleichzeitig aber den Studenten stark unter Druck gesetzt. Nur den wenigsten wird es gelingen, ihr Leben durch ihre Kunst zu finanzieren. 

Drei von hundert Absolventen an der Uni der Künste in Berlin sollen dies gerade mal schaffen. Laut Künstlersozialkasse verdient ein Künstler durchschnittlich 13. 000 Euro im Jahr- weniger als eine Friseurgesellin … und das im Land der Dichter und Denker. Dadurch geht ein hohes Potential an künstlerischer Energie in diesem Land verloren. 

Will man Kunst herstellen, benötigt der Künstler einen Raum, in dem er sich frei bewegen kann, wo er Themen durchdenkt und Zeit hat, alle Komponenten seiner Arbeit in Ruhe zu gestalten. Druck erzeugt das genaue Gegenteil. So wird die Arbeit nur unvollkommen fertig gestellt. Dies ist fatal für die Kunst, fatal aber auch für die Menschheit… Ein Künstler, der an Broterwerb denken muss, kann seine Arbeit nur unvollkommen erledigen. 

Das ist die Realität. Nicht zuletzt, weil ein Künstler sich zumeist missverstanden und ausgeschlossen fühlt, ist er Künstler geworden. Er fühlt in der Regel schon sehr früh, dass er anders tickt als andere. Deshalb auch will der Künstler separiert sein, um sich entwickeln zu können. Der Blick hinter die Kulissen, damit verbunden das bewusste Hinterfragen des Lebens und den damit im Zusammenhang stehenden, gesellschaftlichen Strukturen sind Hauptbestandteil seiner Entwicklung in den frühen Jahren. 

Zumeist verfügt er über den Mut ungewöhnliche Wege zu gehen und ebenso ungewöhnliche Eigenschaften zu kultivieren, um sich in seiner Art mitzuteilen. Entsprechend gestaltet er auch eine Lebensstruktur, die nur auf seine Interessen abgestimmt ist. So kann die Nacht schnell zum Tage werden oder der Stuhl wird zur Lampe umgebaut, Wasser wird mit Wein verwechselt und Experimente jeglicher Art sind Programm, um eine Befriedigung des Geistes und des Körpers zu erlangen. Ohne Frage sind bei diesen Lebensexperimenten Niederlagen, welcher Art auch immer, mit zu bedenken. 

Nur mit großer Leidenschaft wird die Kunst zur Vollendung. Für seine Imagination muss der Künstler "brennen" und sich vollkommen frei seiner Intuition hingeben. Alles andere wäre vertane Zeit.

Erzielt der Künstler schließlich seinen eigenen Duktus in seiner Arbeit, ist der wohl wichtigste Abschnitt in seiner Laufbahn erreicht. Jetzt wird seine Arbeit Freude. Jetzt wird sie Ekstase. Jetzt endlich wird befriedigendes Entzücken in ihm hervorgerufen.

Ein Maler verfügt über ein Übermaß an Kreativität und Phantasie. Aus dieser Fülle an Empfindungen entwickelt der Künstler einen für sich lebbaren Zustand und Weg: einen Ausweg!

Des Künstlers Ausdruck, ob Bilder, Tanz, Dargestelltes oder auch Geschriebenes ordnet sein Leben und damit seine Strukturen, Denkweisen, Ansichten und Vorstellungen. Endlich ist er in der Lage, sich seinen Imaginationen hinzugeben, um neue künstlerische Arbeiten entstehen zu lassen 

"Nicht alle sehen die Dinge so wie sie sind." web. 1978 

Meine Aufforderung an die Politik lautet: Kürzt alle Rüstungsausgaben und gebt diese Mittel der Kunst und Kultur. 

Oft denke ich an die 68er Bewegung, an den Spirit,  der sich damals unter den jungen Menschen verbreitete, an dieses unglaubliche Ziel, Frieden auf dieser Welt zu schaffen, einen Frieden, der auf ewig währt. 

 Stripes, 100 x 100, mixed media, 2015
Alles wurde  in Frage gestellt, der 2. Weltkrieg war nur kurze Zeit erst Vergangenheit und die alten Zöpfe in der Gesellschaft wurden angeprangert, ausgepfiffen, doch leider nicht so rasch, wie wir es uns wünschten aus den Ämter geschmissen… Wo ist dieser Spirit geblieben? 

Wo sind die jungen Menschen, die Studenten, die für ihren Lebensweg in diesem Land noch auf die Straße gehen?

Viele haben Angst, sich zu äußern, weil sie Nachteile befürchten, weil sie ihren Job verlieren könnten. Genau das aber ist das Schlimmste, was in einer Demokratie passieren kann. 

Alle haben sich im heutigen, allgemeinen Einerlei verlaufen und sind gefangen in dieser verlogenen Gleichheitsstruktur. 

Legt endlich alle Lables ab, auch die der gesellschaftlichen Strukturen. Bekommt endlich wieder Freiheit in den zu gedröhnten Schädel. Wagt den Schritt wieder Mensch unter Menschen zu sein. Öffnet die Arme für neue Denkweisen auf allen Gebieten. 

Vor allem: Formt eine Zukunft der Harmonien auf dieser wunderbar schönen Welt. 

Kommentare:

  1. mein lieber Kollege, du hast ein wahrlich guten Artikel geschrieben und in diesem alles ausgedrückt was in der Kürze machbar war. Großes Kompliment dazu! Ich schwimme mit Dir und wünsche dazu die öffentliche Plattform, eine, die es möglich macht endlich das Schweigen zu brechen und den Talk mit Menschen wie Dich zu bereichern. Es kann wirklich nicht sein, dass die TV Medien Tag für Tag, Sender für Sender immer wieder die gleichen Gestalten in die Öffentlichkeit holen. Der bildende Künstler steht am Ende, hat doch so unendlich viel zu sagen und zu zeigen. Herzliche Umarmung, Ute Vehse

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