#Back_to_Life - Team: 1000. Kinder werden gesund und sicher in den Bergen des Himalayas geboren

 Foto: Back to Life
Am 21. März 2019 wurde das 1.000te Baby in einem von Back to Life errichteten Geburtshaus in Mugu, Nepal, geboren. Der kleine Junge wurde auf den schönen Namen Vrikah getauft, welches in Sanskrit “Wolf” bedeutet. Bei der Geburt gab es keinerlei Komplikationen und der Kleine brachte ein stolzes Gewicht von 3.200 Gramm auf die Waage. Die Eltern des Jungen, Harini und Kal, kommen aus dem Dorf Bamkada in Mugu, welches ca. drei Stunden zu Fuß von Seri entfernt ist. Der lange Weg hat sich für die beiden jedoch mehr als gelohnt. Sie waren sehr zufrieden und glücklich mit der umfassenden Betreuung in dem Geburtshaus. Vrikah ist nun eines von 1.000 Kindern in Mugu, die unter professioneller Betreuung geboren wurden.

Dies war bis vor ein paar Jahren noch kaum denkbar. Back to Life freut sich sehr, dass dieser wundervolle Meilenstein in Mugu erreicht werden. Wir danken allen, die unseren Verein dabei unterstützt haben. Die Geburtshäuser von Back to Life (mittlerweile sind acht in Betrieb und fünf weitere befinden sich im Bau / Planung) wirken der unten geschilderten Problematik entgegen. Die Geburtshäuser werden gemäß den Richtlinien des „Safe Motherhood Programms“ der nepalesischen Regierung betrieben. Die dort stationierten Hebammen sind in der Lage, Obstetrik, Neonatalversorgung und Wochenbettbetreuung effektiv durchzuführen und Komplikation frühzeitig zu erkennen. Jede Schwangere erhält mindestens vier Vorsorgeuntersuchungen, gemäß den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Kinder werden in der Obhut der professionellen Geburtshelferinnen zur Welt gebracht und auch nach der Geburt werden Mütter und ihre Neugeborenen versorgt und können sich in unserem Geburtshaus für mehrere Tage erholen. Familien mit Neugeborenen werden zusätzlich mit Hygieneartikeln, wie Seife, Handtüchern und Kinderwäsche, unterstützt. Da es in Mugu sehr kalt sein kann, werden auch warme Wollmützen und Decken für die Kleinen bereitgestellt.

Hintergrund:

In Nepal sind 63 Prozent der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren Neugeborene. Das bedeutet, dass fast 15.000 Kinder pro Jahr im ersten Monat nach ihrer Geburt sterben (Nepal Ministry of Health 2016). In 2010 verloren weltweit ungefähr 287.000 Frauen ihr Leben in Verbindung mit Geburtsschwierigkeiten – 82.000 davon allein in Südasien (WHO, UNICEF 2012). Nepal hat mit 239 Sterbefällen der Mutter pro 100,000 Lebensgeburten eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten in der Region. Die Mehrheit dieser Todesfälle wäre eigentlich leicht vermeidbar.

Der Distrikt Mugu liegt in den Bergen des Himalayas und zählt zu einem der zehn am wenigsten entwickelten Gebiete Nepals, in der sogenannten Karnali Region (UNDP 2014). Der Human Development Index von Mugu liegt unter 0,4 – dies ist vergleichbar mit Südsudan oder Niger. Die Dörfer in den Bergen des Himalayas haben kaum Anschluss an das Straßennetz oder moderne Infrastruktur. Medizinische Versorgung, Zugang zu Bildung sowie Einkommensmöglichkeiten sind mehr als begrenzt. Nur 36% der Frauen bringen hier ihr Kind in einer Gesundheitseinrichtung zur Welt. Dies liegt weit unter dem Durchschnitt des Landes und weit unter Nepals Entwicklungsziel, bis 2030 90 Prozent institutionelle Geburten zu erreichen (Nepal National Planning Commission 2017).

Hinzu kommt, dass aufgrund eines vorherrschenden traditionellen Glaubens, Mädchen und Frauen in Mugu während ihrer Periode und auch während der Geburt als „unrein“ gelten und diese Zeit nicht im Haus verbringen und auch möglichst nicht von anderen berührt werden dürfen. Dieses Ritual ist unter dem Namen Chhaupadi bekannt. Die Frauen sind somit gezwungen, ihre Kinder allein in Viehställen oder im Wald zur Welt zu bringen. Bis zu 14 Tage nach der Geburt müssen die Mütter alleine mit ihren Säuglingen überstehen. Viele Frauen erleiden dabei Infektionen, Blutungen, Lungenentzündungen, Durchfall oder Traumata. Auch Todesfälle sind keine Seltenheit. Das Chhaupadi Ritual wurde zwar von der Regierung als Verstoß gegen die Menschenrechte verboten, jedoch ist die Umsetzung der Gesetze soweit entfernt von Kathmandu sehr schwierig und noch immer haben Traditionen oft den höchsten Stellenwert (New York Times 2018, Kadariya & Aro 2015).

Die Geburtshäuser leisten einen wichtigen Beitrag zu Nepals nationalen Entwicklungszielen sowie den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030. Insbesondere zu „SDG 3 - Ein Gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“ sowie den dazugehörigen Zielsetzungen, die globlale Müttersterblichkeit bis 2030 unter 70 pro 100,000 Lebendgeburten zu senken, vermeidbare Todesfälle von Neugeborenen und Kindern unter fünf Jahren zu beenden und universellen Zugang zu Geburtshilfe, Schwangerschaftsbetreuung und Informationen bzw. Maßnahmen zu Familienplanung zu gewährleisten.


Ihr Back to Life

Team Back to Life e.V.
Louisenstraße 117
D-61348 Bad Homburg v.d.H. Deutschland

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